Der Flugmodellbau

Der Flugmodellbau des Modellsportclubs begann bereits Anfang der 80’er Jahre. Durch den Enthusiasmus der Mitglieder angestachelt, begann man bei uns damit,

Flugzeugmodelle jeglicher Couleur’ in Eigenregie herzustellen. Die Problematik war dabei eher nicht das Bauen als Vorgang, sondern vielmehr die eigene Erfahrung die man erst entwickeln musste. Jeder Schritt musste von Grund auf selbst erlernt werden und in zahlreichen Stunden dann zum Zwecke des Modellbauens analysiert und verfeinert werden. Die vorhandenen Fähigkeiten der Mitglieder kamen hierbei vollumfänglich zum Einsatz. Da die neuen Modellbauer zahlreiche Erfahrungen machten, konnten im Laufe der Jahre, auch durch den regen Austausch mit anderen Modellsportlern in der ganzen Republik, diese immer weiter ausgebaut und verbessert werden. Durch den Austausch mit Anderen wurden auch die Verfahren zur Herstellung von Tragflächen und Rümpfen immer wieder angeglichen, verändert und verbessert.

 

Dabei kamen bei uns nicht nur Materialien zum Einsatz, welche sich auf reine Holzwerkstoffe beschränkten, sondern vielmehr wurde bereits am Anfang der Entwicklung von Flugmodellen auch Glasfaserverstärkter Kunststoff eingesetzt. Das sogenannte GFK. Allein der Umgang mit diesem Material wurde beinahe “studiert”, da es sich um ein Material mit besonderen chemischen und physikalischen Eigenschaften handelt. Doch der Ideenreichtum der Mitglieder was den Umgang damit und auch das Beschaffen anging, war nahezu grenzenlos. Im Grunde wurde ja das Herstellen von Flugmodellen bei Null begonnen, wenn gleich-auch einige Mitglieder bereits vor der organisierten Struktur des Vereines Modellbau betrieben. Die Herausforderung mit gegebenen Mitteln ein Flugmodell herzustellen war zwar kein Abenteuer, doch blieb es schwierig. Beim Flugmodellbau war anfänglich auch eines der Probleme der Klebstoff.

 

Für das ohnehin mit Embargo belegte Balsaholz als Werkstoff, waren die erhältlichen Klebstoffe zwar geeignet, aber nur bedingt. Vieles wurde mit Kaltleim verbunden, wobei hierbei das Gewicht immer wieder eine Rolle spielte. Die Dichte nach dem Trocknen war so hoch, dass viele Modelle doch eine recht hohe Flächenbelastung aufwiesen. Diesem Umstand konnte man kaum etwas entgegensetzen. Es blieb nur die Möglichkeit damit umgehen zu lernen. Oder eine Gewichtsersparnis auf anderem Wege zu erreichen. Dabei war hierbei noch nicht einmal das Antriebskonzept berücksichtigt worden. Die nächste Problematik in Verbindung mit dem durchaus hohen Gesamtgewicht waren die erhältlichen Motoren. Ein elektrischer Antrieb war seinerzeit nahezu ausgeschlossen. Daher blieb Vieles am Konzept eines Flugmodells mit Verbrennungsmotor als Antrieb hängen. Somit war man wiederum neben der Hauptaufgabe des Bauens mit der Beschaffung von geeigneten Motoren beschäftigt. Dabei meine ich bewusst “geeignete” Motoren.

 

Denn im Handel damals gab es Motoren, doch diese waren nicht immer unbedingt geeignet, was die Leistungsabgabe und auch die Haltbarkeit angeht. Denn für ein Flugmodell ist es besonders wichtig einen Antrieb mit genügend Leistung aber auch Zuverlässigkeit zu haben. Der Beschaffung von Motoren und Ersatzteilen wurden sicher unzählige Stunden und kreative Ideen gewidmet, dass man diese Zeit heutzutage dafür nicht im Entferntesten aufwenden würde. Doch der Zeitgeist und das vorhandene Angebot drängten uns zu dazu. Kontakte waren damals wichtiger denn je und dabei beschränkte sich das Beschaffen nicht immer nur auf einen Staat. Es wurde mitunter auch über Staatsgrenzen hinweg ein Weg gefunden, an die begehrte Ware zu gelangen. Doch am Ende fanden auch diese Aggregate den Weg auf ihre Pylone oder in die Nasen der Flugmodelle. Auch muss man zum Flugmodellbau sagen, dass die ferngesteuerten Modelle erst etwas später Einzug hielten. Das sogenannte Fesselfliegen war zu dieser Zeit ebenfalls verbreitet.

 

 

Das Problem der Fernsteueranlagen war ein breites Feld. Es gab und gibt bei uns im Modellsportclub richtige Koryphäen. Im richtigen Leben haben bei uns Ingenieure und Meister auf den verschiedenen Gebieten der Elektrotechnik und Elektronik sowie des Maschinenbaus ihren Platz. Und deren Wissen und deren Hingabe erwiesen sich als unschätzbares Gut. Das kreative Gestalten und die Umsetzung waren seinerzeit Voraus. Es bleibt festzuhalten, dass der Flugmodellbau sich in Wettkämpfen und Leistungsvergleichen anbietet, um seine Fähigkeiten und seine Talente zu nutzen, ein abwechslungsreiches und technisch anspruchsvolles Hobby sein Eigen zu nennen. Wir sind immer bemüht Jedem Neueinsteiger Hilfe anzubieten. Bei uns kann Jeder Flugluft schnuppern und einem Lehrer/Schüler Flug absolut gefahrlos entgegenblicken. Ein Angebot, welches von uns kostenlos am Beginn einer Modellflugkarriere offeriert wird. Es soll Spaß machen und Wettkämpfe sind nicht das erklärte Ziel, doch bietet es eben Jenen die Möglichkeit sich zu messen, welche darauf Lust haben.

Ingolf vom MSC Neuruppin e.V.